„Statt Integration, Zwangsverrentung mit 63“

„Statt Integration, Zwangsverrentung mit 63“

Der Hintergrund:

Zurzeit werden von den Jobcentern Tausende Hartz IV – Empfänger bundesweit im Alter von 62 Jahren angeschrieben und aufgefordert einen Rentenantrag auf vorzeitige Rente mit 63 zu stellen. Weigern sich die Betroffenen, sind die Jobcenter vom Gesetzgeber dazu ermächtigt worden, selbst diese Rentenanträge zu stellen. Natürlich mit den entsprechenden dauerhaften Abschlägen, die auf Grund der Einführung der Rente mit 67 bis auf über 14 % ansteigen. Statt endlich auch ältere und zum Teil sehr gut ausgebildete Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, werden genau diese Menschen eiskalt von der Politik in einer altersdiskriminierenden Weise einfach auf Kosten der Kommunen in die Altersarmut getrieben. Die Kommunen müssen für die Betroffenen mindestens und darüber hinaus bis zur Altersgrundsicherung mit 65 und aufwärts aufkommen. Auch bei der Altersgrundsicherung müssen die Kommunen wie bei Hartz IV für die Wohnkosten einstehen. Das Angebot von Frau von der Leyen, dass zukünftig der Bund die Kosten der Alters-Grundsicherung wie bei Hartz IV übernimmt und damit die Kommunen vermeintlich entlastet würden, kann nur in zynischer Weise betrachtet werden. Viele gerade durch Hartz IV in die Altersarmut getriebene Betroffene haben meist gerade noch soviel Rente, dass es für den Regelsatz reicht. Für die Wohnkosten aber müssen dann wieder die Kommunen, die eh schon überlastet sind aufkommen.

Es kommt noch hinzu, dass die Jobcenter beim Übergang von Hartz IV in die Rente die Zahlungen komplett einstellen und aber erst am Ende des darauffolgenden Monats die Renten ausgezahlt werden. Die Betroffenen, dann Armutsrentner müssen zusehen, wie sie über die Runden kommen. Bestenfalls wird ein Kredit gewährt, den die Betroffenen dann mühselig abstottern sollen. Das ist einfach nur noch unmenschlich und führt unweigerlich zu noch mehr Politikverdrossenheit.

Politische Zielrichtung ist Altersarmut zu vermeiden und ein Bestreben die Menschen wegen der demographischen Bevölkerungsentwicklung mindestens bis zum 67 Lebensjahr und höher im Arbeitsmarkt zu halten. Nach meinen eigenen Erfahrungen als direkt davon Betroffener, findet entgegen der Behauptung von Frau von der Leyen keinerlei Integration von Älteren über die Jobcenter in den Arbeitsmarkt statt. Grundsätzlich werden wir auf ehrenamtliche Tätigkeiten und bundesfreiwilligen Dienst oder bestenfalls 1 Euro Jobs verwiesen. Wörtliches Zitat meiner Sachbearbeiterin im Jobcenter Hamburg Nord: „Herr L. Sie sind doch Dipl. Psychologe und da haben Sie doch eine soziale Einstellung und da könnten Sie ja auch ehrenamtlich arbeiten, schließlich werden Sie ja auch vom Staat bezahlt“ (Verelendungsgeld Hartz IV mit anschließend garantierter Altersarmut und zermatschen Tomaten bei den Tafeln) In Presseclub nachgefragt habe ich selbst u. andere Betroffene schon einmal (Zehn Jahre Hartz IV) darüber berichtet.

Auch die wohl nicht mehr ganz unbekannte Sachbearbeiterin des Jobcenters Hamburg Altona Frau Inge Hannemann, berichtet immer wieder darüber, dass die Vermittlungsquote in den Jobcentern eher bei 0 % liegt. In Hamburg gerade mal bei kaum über 2 %.

Diese Art der Zwangsverrentung kommt eindeutig einer Enteignung gleich, da Eigentum und damit auch die im Arbeitsleben erworbenen Rentenansprüche ausdrücklich grundgesetzlich geschützt sind.

Ausführlich hat der MDR mit seiner Redaktion „Escher“ vor ca. 2, 5 Wochen darüber berichtet.

Sendung vom 26.09.2013

alt,arm,arbeitslos:

„Altersarmut“ war auch im Wahlkampf eines der ganz wichtigen gesellschaftlichen Themen.

Bundestagsabgeordnete zocken auf Kosten der kleinen Leute eine Luxusaltersversorgung ab für die sie keine Beiträge bezahlen. Und die gleichen Herrschaften treiben dann die kleine Verkäuferin als Hartz IV – Betroffene mit 63 Jahren in die Altersarmut

Pfui Teufel !!!!! – Keine Wählerstimme mehr für die SPD

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3 Kommentare zu “„Statt Integration, Zwangsverrentung mit 63“

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