Fakt – Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – Nachgefragt in Bitterfeld: Wer wählt AfD?

Fakt – Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – Nachgefragt in Bitterfeld: Wer wählt AfD?

Mit einem Stimmenanteil von 24,2 Prozent hat die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl am 13. März in Sachsen-Anhalt auf Anhieb den Einzug in den Landtag geschafft. In den vergangenen Monaten hatte die Partei vor allem mit Demonstrationen und Parolen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf sich aufmerksam gemacht. Wer sind die Wähler der AfD und was sind ihre Gründe, auf dem Wahlzettel ihr Kreuzchen bei dieser Partei zu setzen? FAKT hat sich in Bitterfeld umgehört.

Unmut über die sogenannten etablierten Parteien und Frust über die eigene, persönliche Situation – damit lässt sich die Motivation mancher AfD-Wähler beschreiben. Das zeigt sich in den Antworten, die das ARD-Magazin FAKT bei einer – nicht repräsentativen – Umfrage in Bitterfeld erhalten hat. In der Stadt im Süden Sachsen-Anhalts hat die Partei ihr landesweit höchstes Ergebnis erzielt.

Wer wählt AFD?

Frust, Angst, Protest sind Motive für Wähler, ihr Kreuz auf dem Stimmzettel bei der AFD zu machen. Fakt hat nach der Landtagswahl in Sachsen Anhalt in Bitterfeld nachgefragt.

„Gerade die, die AfD gewählt haben, das ist einfach nur Protest“, meint beispielsweise Silke Frenzel. Sie arbeitet in einem Stadtteilzentrum, in dem es verschiedene Angebote für Einheimische, aber auch Sprachkurse für Flüchtlinge gibt. Die Bürger fühlten sich von der Politik gar nicht mehr wahrgenommen, meint Frenzel. „Und jedes zweite Wort ist nur Flüchtling und die bekommen dies und die bekommen das…“

Ängste der Einheimischen im Zusammenhang mit den nach Deutschland kommenden Flüchtlingen sieht auch die Unternehmerin Ingrid Weinhold als Hauptmotiv von AfD-Wählern. In den vergangenen Jahren hätten Bitterfeld und seine Einwohner wirtschaftlich ein Auf und Ab erlebt, mit Arbeitslosigkeit und der Mühe, wieder einen neuen Job zu finden. Die Menschen seien unzufrieden. „Man hat gesagt, endlich haben wir es geschafft, haben wieder unseren Job.“ Doch wenn nun Fremde kämen und die Politik verkünde, dass diese auch Arbeit bekämen – dann fühlten sich Einheimische zurückgesetzt.

 Das wird die Angst sein, denke ich.

Ingrid Weinhold

Mehrere Wähler, mit den FAKT sprach, betonten, trotz Stimme für die AfD nicht rechts zu sein. AfD sei für ihn die politische Mitte, sagt beispielsweise Michael Quilitsch. Diese Partei werde in der öffentlichen Debatte nach seiner Ansicht „viel zu viel nach rechts geschoben“. Andere sprachen von Protestwahl und Unzufriedenheit. Wähler Michael Bock sagte, die AfD entspreche in vielen Punkten seinen politischen Vorstellungen.

Das ist das, was ich bei der CDU verloren habe. Die CDU nach der Wende war anders, war wesentlich deutlicher, wesentlich klarer, wesentlich mittelstandsfreundlicher. Und die CDU heute ist nicht mehr konservativ.

Michael Bock

FaktNachgefragt in Bitterfeld: Wer wählt AfD? 15.03.2016

 http://www.mdr.de/fakt/fakt-wahlnachlese-afd-bitterfeld-100.html

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